Irmanipulations   IRMAnipulations, d.i. Irma Hünerfauth (1907 Donaueschingen - Kreuth 1998)   English Version
 


   
 
Irma Hünerfauth
 
...Es ist mir klar, dass meine Arbeit einer Massengesellschaft schwer zugänglich sein wird...

Irma Hünerfauth, 1971

 
Hommage an eine beachtenswerte und lange zu Unrecht vergessene zeitgenössische deutsche Nachkriegskünstlerin, auch unter dem Begriff "IRMAnipulations" bekannt, welche mit aus Schrott gestalteten skurrilen Skulpturen und kinetischen Objekten, wie auch Jean Tinguely, die Konsumgesellschaft verspottete...

...mit diesen Objekten reiht sie sich in die in Frankreich den Nouveaux Réalistes zuzurechnenden Künstler ein, zu denen Niki de Saint-Phalle, Jean Tinguely, Arman, aber auch Daniel Spoerri zu zählen sind...

Vgl. Partsch, S.: Hünerfauth. In: Allgemeines Künstlerlexikon, Bd. 75, De Gruyter Saur, Berlin, 2012-2013.

 

Der Begriff "IRMAnipulations" wurde 1983 anlässlich einer Ausstellung im Londoner Goethe-Institut geprägt und seither von der Künstlerin als eine Art Markenzeichen beibehalten.
Vgl. IRMAnipulations, Verlag Antje Kunstmann, München, 1984.

 
 
Goethe Institut London
 
 
 
Irma Hünerfauth sucht den erfinderischen Impuls in ein Gleichgewicht überzuführen, das meditativen Charakter hat. Die Härte der Setzung und die Sanftheit des Gesamten gewinnen die Spielkarft eines Dialoges. Der Dialog bewegt und facettiert die Fläche, die von einer Art Traum unterwandert scheint.

Conrad Westpfahl (1891-1976)

 
…In Irma Hünerfauth vermuten wir augenblicklich eine der eigen- wüchsigsten Malerinnen Deutschlands. Sie wurde von der "Gesellschaft der Freunde junger Kunst" in München 1958 zum ersten Mal herausgestellt…

Franz Roh (1890-1965)

 
…Zu meinen Bildern möchte ich sagen: steigen sie in das Bild ein, indem sie das Bild mit den Augen abtasten, die Linien werden sie führen. Ich wünsche dem Beschauer, dass es ihm im Dialog mit dem Kunstwerk gelingt, aus sich herauszutreten, zu einer neuen Selbstfindung in einer anderen Bewußstseinssphäre…

Irma Hünerfauth, 1.1.1960

 
Die Malerei von Irma Hünerfauth ist nicht einseitig dem Tachischmus oder dem Informel zuzuordnen. Das graphische Element, die Zeichnung ist nicht nur in ihren Papierarbeiten, sondern auch in ihren rein gemalten Arbeiten, Gemälden und Mischtechniken immer besonders stark ausgeprägt. Lineamente, Farbklänge und Flächenspannungen bestimmen die Kompostionen in die auch leere Felder einbezogen werden und die sie später durch Collagen und Applikationen steigerte. Die bekannten Kunstkritiker Peter Lufft (1911-1997) und Franz Roh (1890-1965) urteilten, dass sie sich stilistisch nicht einseitig für einen malerischen Tachismus noch für einen graphisch linearen Konstruktivismus entschieden habe, sondern zwischen den Lagern stand. Ihr Malstil sei eine „höchst individuelle Kreuzung von Ruhe und Bewegung im Bild“.
 
 
 
The Time is Now !
 
 
 
Die 1907 in Donaueschingen geborene und später in München tätig gewesene Künstlerin Irma Hünerfauth zählt zu den Künstlern der sog. "verschollenen Generation". Eine aufgrund der historischen Konstellation des frühen 20. Jahrhunderts zu Unrecht in Vergessenheit geratene Generation von Künstlern.

Vgl. Ingrid von der Dollen, Malerinnen im 20. Jahrhundert, Bildkunst der "verschollenen Generation", Hirmer Verlag, München, 2000.
 

Noch vor wenigen Jahren standen zum Werk der Künstlerin online kaum Informationen zur Verfügung. Alle bisherigen Veröffentlichungen, auch die zitierte Referenzliteratur sowie die wichtige 1984 zur Einzelausstellung in München erschienene Monographie zu ihren Arbeiten, sind vergriffen, wurden nicht nachgedruckt und sind auch antiquarisch nur noch selten zu finden. Selbst der aktuelle Eintrag ihrer Biographie im Allgemeinen Künstlerlexikon (Bd. 75, De Gruyter Saur, Berlin, 2012-2013) ist nicht jedem zugänglich, da die verhältnismäßig teueren Bände nur in den größeren öffentlichen Bibliotheken zur Einsicht verfügbar sind.

Die Künstlerin, die ihre Werke zu Lebzeiten bereits zu sehr respektablen Summen in private sowie öffentliche Sammlungen verkaufte, beteiligte sich zwischen 1946 - 1998 an zahlreichen Kunstausstellungen, auf dem sog. sekundären Kunst-und Auktionsmarkt waren ihre Arbeiten nur selten zu finden und deutlich unterbewertet aufgrund bisher schwer zugänglicher Literatur und somit dem Fehlen wesentlicher Hintergrundinformationen.

Eine Retrospektiv-Ausstellung ihres Werkes mit kritischer Neubewertung steht bis heute noch aus.


Preisliste

Aktuell und sehr interessant im Kontext widmen sich einer Neubewertung amerikanischer Künstlerinnen dieser Epoche folgende Ausstellungen:
The Time Is Now
Michael Rosenfeld Gallery, June 17 – August 4, 2017

Radical Women: Latin American Art, 1960–1985
The Hammer Museum, Los Angeles, September 15- December 31, 2017

 
Für weiterführende Informationen zum Werk der Künstlerin verweisen wir auch auf den Wikipedia-Artikel von Dr. Stephan Pastenaci, Berlin.
 
 
Nachlass-Stempel
 

Wir betreuen und dokumentieren den schriftlichen Nachlass mit zahlreicher Korrespondenz, Bestands-und Ausstellungslisten sowie umfangreichen Fotomaterial zum Werk der Künstlerin. Die Bildrechte zu allen auf dieser Website veröffentlichten Arbeiten wurden uns übertragen.

Ein Werkverzeichnis ist in Vorbereitung. Werke die auf dieser Webseite oder in der Monographie abgebildet sind, werden in das Werkverzeichnis aufgenommen. Fotos von Arbeiten mit ungeklärten Bildrechten können derzeit noch nicht veröffentlicht werden.

Die heutigen Besitzverhältnisse und die derzeitigen Standorte vieler Werke sind noch nicht bekannt. Hierzu sind wir bemüht die Provenienz sowie den aktuellen Standort der einzelnen Werke möglichst lückenlos nachzuweisen und bitten Besitzer von Werken sowie jeden mit relevanten Informationen um Kontaktaufnahme unter: wvz@irmanipulations.de

Alle Angaben werden von uns selbstverständlich diskret behandelt.

Diese Webseiten geben somit vorerst nur einen kleinen Einblick in das interessante und spannend vielschichtige Werk der Künstlerin. Die Seiten werden von uns sukzessive mit weiteren in unserem Archiv dokumentierten Arbeiten aus privaten und öffentlichen Sammlungen ergänzt. Nach kompletter Katalogisierung erhalten diese Werknummern, später eine chronologische Anordnung und ein übersichtliches Seitenregister.

Eine lohnenswerte Entdeckung für alle, die sich mit "Kunst nach 1945" beschäftigen sowie deren Weiterentwicklung, die nach verkannten Künstlern und unverbrauchter Kunst suchen. Eine kurzweilige Reise zurück, zur "Revolution ohne Programm", den starken künstlerischen Impulsen der 1960er Jahre und radikalen realistischen Ausdrucksformen, eine "Beseelung des Objekts", wie Pierre Restany es konstatierte.

Hinter dem Begriff "IRMAnipulations" steht eine beachtenswerte provozierende Künstlerin dieser Zeit, welche den Künstlern des Nouveau Réalisme mit ihren Arbeiten keineswegs nachsteht und im Gesamtwerk ein breites künstlerisches Spektrum an ernsthaften und sensibel zeitkritisch verarbeiteten Aussagen vorzuweisen hat.

Mit unserem Newsletter informieren wir Sie gerne über den Verlauf.

 
 
 
 
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Verweise/Schlagwörter: Abstraction, Abstrakte Malerei, Anouj, Arman, Armand Fernandez, Ars Povera, César Baldaccini, Joseph Beuys, Fernando Botero, Alberto Burri, Peter Brüning, Alexander Calder, Christo, Deschamps, Marcel Deschamps, François Dufrêne, Electronic-Art, Robert Filliou, Fluxus, Winfried Gaul, Gilbert & George, Gemälde, Groupe de Recherche d’Art Visuel, Raymond Hains, Happening, Hard-Edge, Raoul Hausmann, Pierre Henry, IRMAnipulations, Allan Jones, Alain Jouffroy, Yves Klein, Kinetik, Kinetische Kunst, Carl-Heinz Kliemann, The Time Is Now, Women Artists, Irma Blank, Magdalena Abakanowicz, Ruth Asawa, Hannelore Baron, Mary Bauermeister, Lee Bontecou, Barbara Chase-Riboud, Elaine de Kooning, Jay DeFeo, Claire Falkenstein, Gertrude Greene, Nancy Grossman, Grace Hartigan, Lee Krasner, Yayoi Kusama, Lee Lozano, Alice Trumbull Mason, Joan Mitchell, Alice Neel, Louise Nevelson, Agnes Pelton, Irene Rice Pereira, Florence Miller Pierce, Anne Ryan, Betye Saar, Kay Sage, Dorothea Tanning, Lenore Tawney, Alma Thomas, Charmion von Wiegand, Claire Zeisler, Helen Frankenthaler, Lee Krasner, Joan Mitchell, Hedda Sterne, Arthur Køpcke, Norbert Kricke, Kunst 1960-1970, Kunst nach 1945, Sol LeWitt, Roy Lichtenstein, Yoshikuni Lida, George Maciunas, Heinz Mack, Malerei 1960-1980, Minimal Art, Henry Moore, Nouveau Réalisme, Nouveaux Réalistes, Objekte, Objektkunst, Yoko Ono, Op Art, Benjamin Patterson, Niki de Saint Phalle, Plastiken, Pop, Pop-Realismus, Post-Painterly, Readymades, Pierre Restany, Revolution ohne Programm, Arnulf Rainer, Martial Raysse, Dieter Roth, Mimmo Rotella, Schrottplastiken, Bernhard Schultze, Ursula Schultze-Bluhm, Daniel Spoerri, Kurt Schwitters, David Smith, Skulpturen, Takis, Jean Tinguely, Jacques de la Villeglé, Wolf Vostell, Andy Warhol, Stefan Wewerka, Emmett Williams, Fritz Wotruba, Zeichnungen, Yaacov Agam, Pol Bury, Rebecca Horn, George Rickey, Jesús Rafael Soto, David Ascalon, Siegfried Cremer, Carlos Cruz-Diez, Gianni Colombo, Hugo Demarco, Milan Dobeš, Bernward Frank, Arthur Ganson, Rolf Glasmeier, Gerhard von Graevenitz, Franz Gsellmann, Günter Haese, Jeppe Hein, Michael Hischer, Gernot Huber, Theo Jansen, Hans-Michael Kissel, Gyula Kosice, Piotr Kowalski, Harry Kramer, Julio Le Parc, Gereon Lepper, Kenneth Martin, David Medalla, Youri Messen-Jaschin, Hans Walter Müller, Christian Nienhaus, Lev V. Nussberg, Alejandro Otero, Karl-Ludwig Schmaltz, Hein Sinken, Curt Stenvert, Takis, Paul Talman, Christian Tobin, Günter Tollmann, Per Olof Ultvedt, Hanns-Martin Wagner, Hans Salentin, Pablo Picasso, Ferromontagen, Kinetische Plastik, Materialbilder, Objektkunst, Meret Oppenheim, Objet trouvé, Multiple, Künstlermuseen, Museum, Kunstmuseum, Kunstsammlung, Andre Breton, Germano Celant, Alighiero Boetti, Luciano Fabro, Jannis Kounellis, Pino Pascali, Giulio Paolini, Emilio Prini, Alfred Gulden, Giovanni Anselmo, Pier Paolo Calzolari, Gino de Dominicis, Luciano Fabro, Eva Hesse, Thomas Kovachevich, Mario Merz, Anna Oppermann, Giuseppe Penone, Vettor Pisani, Michelangelo Pistoletto, Fabrizio Plessi, Salvo, Salvatore Mangione, Josef Überall, Gilberto Zorio, Pol Bury, Siegfried Cremer, George Rickey, Vassilakis Takis, Günter Haese, Bewegung, László Moholy-Nagys, Licht-Raum-Modulator, Wladimir Tatlin, Man Rays, Naum Gabos, Antoine Pevsner, Metallskulpturen, Kurt Link, Hans Salentin, David Smith, Charles Wilp, Alfred Schmela, Almir Mavignier, Hermann Goepfert, Christian Megert, Gotthard Graubner, Kuno Gonschior, Adolf Luther, gruppo t, nul, GUTAI, Dick Higgins, Bengt af Klintberg, Alison Knowles, Staffan Olzon, Nam June Paik, George Maciunas, Jackson Mac Low, Benjamin Patterson, Tomas Schmit, Frank Trowbridge, Emmett Williams, Joseph Beuys, Zero